48-Stunden-Hafer-Diät senkt Cholesterin schnell, Studienergebnisse

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Eine neue, in Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt, dass der Verzehr von fast ausschließlich Haferflocken über einen Zeitraum von nur 48 Stunden den „schlechten“ Cholesterinspiegel deutlich senken kann – und die Wirkung kann nach der Rückkehr zu einer normalen Ernährung noch Wochen anhalten. Forscher der Universität Bonn in Deutschland fanden heraus, dass eine kurzfristige, kalorienreduzierte Haferdiät den LDL-Cholesterinspiegel (Low Density Lipoprotein) bei Teilnehmern mit metabolischem Syndrom um bis zu 10 % senkte.

Die unerwartete Beständigkeit der Ergebnisse

Was diese Studie besonders bemerkenswert macht, ist nicht nur der anfängliche Cholesterinabfall, sondern auch seine Langlebigkeit. Sechs Wochen nach Ende der 48-Stunden-Diät wiesen die Teilnehmer im Vergleich zu ihren Ausgangswerten immer noch niedrigere LDL-Werte auf. Dies deutet darauf hin, dass es sich hierbei um eine tiefgreifendere biologische Veränderung und nicht um einen vorübergehenden Ernährungseffekt handelt.

An der Studie nahmen 32 Teilnehmer (15 Männer, 17 Frauen) mit metabolischem Syndrom teil – einer Erkrankung, die durch Übergewicht, hohen Blutdruck und erhöhten Blutzucker gekennzeichnet ist. Siebzehn erhielten eine strenge 48-Stunden-Diät mit 300 Gramm in Wasser gekochtem Haferflocken, ergänzt durch kleine Mengen Obst und Gemüse. Die restlichen 15 dienten als Kontrollgruppe und ernährten sich ähnlich kalorienreduziert, aber ohne Hafer.

Darmbakterien als Schlüsselmechanismus

Forscher brachten die Cholesterinsenkung mit Veränderungen der Darmbakterien in Verbindung. Beim Abbau von Hafer im Darm entstehen Verbindungen wie Ferulasäure, von denen bereits in Tierversuchen gezeigt wurde, dass sie den Cholesterinstoffwechsel verbessern. Durch die Analyse von Stuhlproben bestätigte das Team einen Anstieg dieser nützlichen Bakterien während der Haferdiät.

„Wir konnten feststellen, dass der Verzehr von Haferflocken die Anzahl bestimmter Bakterien im Darm erhöhte“, erklärt Erstautorin Linda Klümpen. „Wir konnten beispielsweise zeigen, dass Darmbakterien durch den Abbau des Hafers phenolische Verbindungen produzieren … was sich offenbar positiv auf den Cholesterinstoffwechsel auswirkt.“

Eine Folgestudie mit 34 Teilnehmern (17 Haferfresser und 17 Kontrollpersonen) zeigte, dass der tägliche Verzehr von 80 Gramm Hafer über einen Zeitraum von sechs Wochen ebenfalls einige Vorteile mit sich brachte, jedoch nicht den gleichen dramatischen und schnellen Cholesterinabfall wie die 48-Stunden-Diät bewirkte.

Implikationen und zukünftige Forschung

Obwohl die Studie vom Bundesverband der Getreideverarbeitenden Industrie gefördert wurde, behaupten die Forscher keinen Einfluss auf das Studiendesign oder die Analyse. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass intermittierende, intensive Haferdiäten eine verträgliche Methode zur Aufrechterhaltung eines gesunden Cholesterinspiegels und möglicherweise zur Vorbeugung von Diabetes sein könnten.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Ergebnisse bei Personen mit metabolischem Syndrom beobachtet wurden. Es sind größere Studien erforderlich, um festzustellen, ob die gleichen Auswirkungen in der Allgemeinbevölkerung auftreten würden. Das Team plant weitere Untersuchungen, um herauszufinden, ob die Wiederholung einer solchen Diät alle sechs Wochen einen dauerhaften präventiven Nutzen bringen könnte.

Diese Studie ergänzt eine wachsende Zahl von Forschungsergebnissen, die den tiefgreifenden Zusammenhang zwischen der Darmgesundheit und der gesamten Stoffwechselfunktion hervorheben. Die hier beobachtete schnelle und anhaltende Cholesterinsenkung unterstreicht das Potenzial von diätetischen Eingriffen, das Darmmikrobiom für therapeutische Effekte zu nutzen.