Demokraten untersuchen Verbindungen der Ölindustrie zur Intervention in Venezuela

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Washington, D.C. – Die Demokraten im Senat haben eine formelle Untersuchung zur Rolle amerikanischer Ölunternehmen bei der Intervention der Trump-Regierung in Venezuela eingeleitet. Mit der Untersuchung soll ermittelt werden, ob große Energieunternehmen bereits Kenntnis von den militärischen und politischen Aktionen der USA hatten, die zur Destabilisierung des Landes und zur Beschlagnahmung seiner Ölvorkommen führten, oder diese sogar beeinflusst hatten.

Kontrolle der Branchenkommunikation durch den Kongress

Fünf Senatoren – Sheldon Whitehouse, Ron Wyden, Elizabeth Warren, Peter Welch und Brian Schatz – schickten Briefe an die CEOs von acht großen Ölunternehmen: ExxonMobil, Chevron, Shell, ConocoPhillips, BP America Inc., Citgo Petroleum Corp., Continental Resources, Halliburton, SLB, Weatherford International und Baker Hughes. In diesen Briefen wird die vollständige Offenlegung aller Treffen zwischen Unternehmensleitern und Verwaltungsbeamten gefordert, bei denen venezolanische Ölinteressen besprochen wurden.

Die Kernfrage der Senatoren ist, ob US-Ölunternehmen über außenpolitische Entscheidungen im Zusammenhang mit Venezuela informiert waren oder eine Rolle bei deren Gestaltung spielten, insbesondere angesichts der Tatsache, dass der Kongress Berichten zufolge nicht im Voraus über die Intervention informiert wurde. Auch Senator Edward Markey aus Massachusetts richtete separate Anfragen an dieselben Firmen.

Trump bestätigt Branchendiskussionen

Die Untersuchung gewann an Dynamik, nachdem der frühere Präsident Trump offen zugegeben hatte, sowohl vor als auch nach der Intervention mit Ölunternehmen über die Operation in Venezuela gesprochen zu haben. Laut Trump waren diese Firmen bestrebt, Zugang zu venezolanischen Ölressourcen zu erhalten. Dieses Eingeständnis wirft direkte Fragen darüber auf, ob der Druck der Industrie die US-Politik gegenüber Venezuela beeinflusst hat.

Finanzielle Bedenken und Steuerlast

Die Senatoren drängten in ihren Briefen auch auf Transparenz hinsichtlich der Kosten für den Wiederaufbau der venezolanischen Ölindustrie, die durch die Intervention schwer beschädigt wurde. Die Gesetzgeber befürchten, dass die finanziellen Lasten für die Wiederaufnahme der venezolanischen Ölproduktion letztendlich von den amerikanischen Steuerzahlern getragen werden könnten, was Kosten in Milliardenhöhe verursachen könnte.

Reaktion der Branche und Position der Handelsgruppe

Das American Petroleum Institute (API), eine Handelsgruppe, die große Öl- und Gasunternehmen vertritt, gab eine Erklärung heraus, in der es die Situation anerkennt. Ein API-Sprecher sagte, man beobachte „die Entwicklungen in Venezuela und mögliche Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte genau“. Die Stellungnahme geht jedoch nicht auf die Kernfrage ein, ob Unternehmen die US-Intervention aktiv gesucht oder davon profitiert haben.

Die Untersuchung der Demokraten zeigt ein Muster der Verflechtung von Ölinteressen und außenpolitischen Entscheidungen. Sollten sich diese Verbindungen bestätigen, könnte dies die Art und Weise verändern, wie Washington künftig mit ressourcenreichen Ländern umgeht. Die Gesetzgeber wollen sicherstellen, dass der Einfluss der Unternehmen die Kontrolle durch den Kongress nicht untergräbt oder die US-Steuerzahler mit geopolitischen Kosten belastet.