Der Mond betritt das dritte Viertel: Ein Leitfaden zur heutigen Mondansicht und den Himmelsereignissen im Mai

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Der heutige Nachthimmel: Der Mond im dritten Viertel

Seit Samstag, dem 9. Mai 2026, ist der Mond in die Phase Drittes Viertel eingetreten. Dies markiert einen bedeutenden Punkt im Mondzyklus, an dem etwa 56 % der Mondoberfläche beleuchtet sind. Optisch erscheint dies als „Halbmond“, aber die linke Seite ist beleuchtet (für Beobachter auf der Nordhalbkugel), was signalisiert, dass der Mond abnimmt – also an Licht verliert –, während er sich dem Neumond nähert.

Diese Phase bietet eine einzigartige Besichtigungsmöglichkeit. Da das Sonnenlicht in einem niedrigen Winkel auf die Mondoberfläche trifft, werden die Schatten verlängert, was einen außergewöhnlichen Kontrast für Krater und Bergketten bietet. Für Sterngucker ist es eine ideale Zeit, die Mondbeobachtung zu üben, bevor der Mond in der bevorstehenden Neumondphase vollständig verschwindet.

Was Sie heute Abend sehen können

Abhängig von Ihrer Ausrüstung offenbart der Third Quarter Moon unterschiedliche Detaillierungsgrade. Folgendes können Sie heute Abend erwarten:

  • Mit bloßem Auge: Sie können wichtige Merkmale wie das Mare Imbrium (Meer der Schauer), den markanten Tycho-Krater und die weite dunkle Ebene, die als Oceanus Procellarum (Ozean der Stürme) bekannt ist, deutlich erkennen.
  • Mit Fernglas: Der Blick wird deutlich schärfer. Sie werden das Mare Humorum (Meer der Säfte), den Alphonsus-Krater und die schroffen Alpengebirge erkennen können.
  • Mit einem Teleskop: Für ernsthafte Beobachter offenbart das dritte Viertel noch komplexeres Gelände, darunter das Fra Mauro-Hochland und den **Kaukasus.

Warum das wichtig ist: Das Dritte Viertel wird oft zugunsten des Vollmonds übersehen, aber seine steilen Schattenlinien machen es für die Untersuchung der Mondtopographie hervorragend. Der Kontrast hilft bei der Unterscheidung zwischen Maria (dunkle Basaltebene) und Hochland (helleres, von Kratern übersätes Gelände).

Mondkalender: Zwei Vollmonde im Mai

Der Mai 2026 zeichnet sich durch zwei Vollmonde aus. Während die aktuelle Phase abklingt, ist das nächste große Himmelsereignis der zweite Vollmond des Monats, der für den 31. Mai geplant ist.

Dieses Ereignis unterstreicht die Variabilität der Mondzyklen. Der Mondmonat beträgt durchschnittlich 29,5 Tage. Wenn also zu Beginn eines Monats (1. oder 2. Mai) ein Vollmond auftritt, kann oft noch vor Monatsende ein zweiter eintreffen. Dieses Phänomen wird umgangssprachlich manchmal als „Blauer Mond“ bezeichnet, obwohl technisch gesehen ein Blauer Mond als der zweite Vollmond in einem einzelnen Kalendermonat definiert ist.

Den Mondzyklus verstehen

Um die heutige Sichtweise zu verstehen, ist es hilfreich, die Mechanismen hinter den Phasen zu verstehen. Laut NASA durchläuft der Mond alle 29,5 Tage eine Umlaufbahn um die Erde. Obwohl wir aufgrund der Gezeitenblockierung immer die gleiche Seite des Mondes sehen, ändert sich die Menge des von dieser Seite reflektierten Sonnenlichts, wenn sich der Mond relativ zur Sonne und zur Erde bewegt.

Der Zyklus besteht aus acht verschiedenen Phasen:

  1. Neumond: Der Mond steht zwischen Erde und Sonne. Die uns zugewandte Seite liegt im Schatten und ist daher für das bloße Auge unsichtbar.
  2. Zunehmender Halbmond: Ein dünner Lichtstreifen erscheint auf der rechten Seite (nördliche Hemisphäre).
  3. Erstes Viertel: Die Hälfte des Mondgesichts ist auf der rechten Seite beleuchtet.
  4. Wachsende Gibbous: Mehr als die Hälfte ist beleuchtet und wächst zur Fülle.
  5. Vollmond: Das gesamte Gesicht ist beleuchtet und sichtbar.
  6. Waning Gibbous: Der Mond beginnt auf der rechten Seite an Licht zu verlieren.
  7. Drittes Viertel (Letztes Viertel): Die Hälfte des Mondes ist beleuchtet, aber jetzt auf der linken Seite. Dies ist die aktuelle Phase.
  8. Abnehmender Halbmond: Ein dünner Lichtstreifen bleibt auf der linken Seite, bevor er in die Dunkelheit zurückkehrt.

Fazit

Der heutige Mond im dritten Viertel bietet einen klaren, kontrastreichen Blick auf die Mondgeographie und dient als perfekter Auftakt für den dunklen Himmel des Neumondes. Da im Mai zwei Vollmonde stattfinden, haben Himmelsbeobachter in diesem Monat reichlich Gelegenheit, den gesamten Mondzyklus zu beobachten. Ob mit bloßem Auge oder mit einem Teleskop, die aktuelle Phase bietet ein klares und zugängliches Fenster in unseren nächsten himmlischen Nachbarn.