Die Artemis-II-Rakete der NASA, das Herzstück des erneuerten Mondprogramms der Agentur, hat erneut ihre langsame, gezielte Reise zur Startrampe im Kennedy Space Center in Florida angetreten. Der Schritt stellt einen letzten Vorstoß dar, um das mögliche Startfenster für die erste bemannte Mondumrundung seit über 50 Jahren im April einzuhalten.
Wiederkehrende Verzögerungen und Reparaturen
Dies ist nicht das erste Mal, dass das 322 Fuß hohe Space Launch System (SLS) und der Orion-Kapselstapel diese Reise antreten. Ein erster Rollout im Januar wurde gestoppt, nachdem bei nassen Generalproben – vollständige Simulationen des Startvorgangs – mehrere Wasserstofflecks entdeckt wurden. Anschließend wurde die Rakete zur Reparatur in das Vehicle Assembly Building (VAB) zurückgebracht. Diese wiederholten Rückschläge verdeutlichen die inhärenten Herausforderungen bei der Arbeit mit komplexer Hardware der nächsten Generation.
Die aktuelle Fahrt, die eine 4-Meilen-Strecke mit einer gemächlichen Geschwindigkeit von 1 Meilen pro Stunde zurücklegt, wird voraussichtlich bis zu 12 Stunden dauern. Starke Winde führten zu anfänglichen Verzögerungen und unterstrichen die Sensibilität des Einsatzes. Nach der Ankunft auf der Startrampe 39B wird die Rakete abschließenden Tests unterzogen, einschließlich einer weiteren entscheidenden Generalprobe im nassen Zustand. Die NASA wird dann innerhalb des Zeitfensters vom 1. bis 6. April oder 30. April einen konkreten Starttermin bekannt geben, wenn alle Systeme auschecken.
Es steht viel auf dem Spiel
Die Artemis-II-Mission besteht aus einer vierköpfigen Besatzung, die bereits Quarantäneprotokolle durchlaufen hat. Der zehntägige Flug wird den Mond umkreisen und zurückkehren und als kritischer Test der SLS- und Orion-Systeme mit Menschen an Bord dienen.
Die NASA hat als festen Termin für diesen Start den April 2026 festgelegt, ab dem die Mission offiziell als verzögert gilt. Dieser Druck spiegelt den Wunsch der Agentur wider, ihre Mondambitionen nach Jahrzehnten der Stagnation in Schwung zu halten.
Ein umfassenderer Wandel in der Strategie der NASA
Das Artemis-Programm stand seit seiner Einführung vor großen Herausforderungen. Die SLS-Rakete für die Artemis-I-Mission erforderte mehrere Rückfahrten zum VAB zur Reparatur, bevor sie schließlich im Jahr 2022 erfolgreich startete. Diese kumulierten Verzögerungen haben die NASA dazu veranlasst, ihren Ansatz zu überdenken, indem sie jährliche Starts anstrebt und möglicherweise die Abhängigkeit von traditionellen Auftragnehmern wie SpaceX und Boeing verringert. Die Agentur strebt nun zwei Mondlandungen bis 2028 an.
Der erfolgreiche Start von Artemis II ist nicht nur für die Mission selbst von entscheidender Bedeutung, sondern auch für den Nachweis der Realisierbarkeit der überarbeiteten Strategie der NASA. Es wird ein entscheidender Moment sein, um zu entscheiden, ob die Vereinigten Staaten ihre Dominanz in der Weltraumforschung wieder behaupten können.
