Das mittelalterliche Siegel verbirgt einen antiken römischen Edelstein und verrät den Status eines Adligen

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Ein kürzlich entdecktes mittelalterliches Siegel aus Essex, Großbritannien, vereint Handwerkskunst aus zwei völlig unterschiedlichen Epochen: dem Mittelalter und dem Römischen Reich. Das Artefakt, das Ende 2024 von einem Metalldetektor ausgegraben wurde, weist eine 800 Jahre alte Silbermatrix auf, die einen 2.000 Jahre alten Edelstein enthält – eine auffällige Kombination, die auf den Reichtum und die Bildung des Besitzers hinweist.

Die Entdeckung und ihre Kuriositäten

Die Robbe ist bemerkenswert klein, nur einen Zoll lang und wiegt weniger als eine Unze. Im Gegensatz zu typischen Siegelringen hatte er eine Schlaufe, was darauf hindeutet, dass er als Anhänger getragen wurde. Was diesen Fund so außergewöhnlich macht, ist nicht nur sein Alter, sondern auch die Kombination zweier Epochen in einem Objekt.

Lori Rogerson, Verbindungsbeamtin für Funde in Essex, beschrieb die Entdeckung als „besonders“, da solche Paarungen selten seien. Die Zusammensetzung des Siegels unterstreicht eine bewusste Vermischung historischer Kontexte und wirft Fragen nach den Beweggründen des Besitzers auf.

„Richard’s Secret“ mit silberner Inschrift

In den silbernen Rahmen ist die lateinische Phrase „SECRETUM.RICARDI“ eingraviert, was übersetzt „Richards Geheimnis“ oder „das geheime Siegel von Richard“ bedeutet. Ein Kreuzpattée, ein mittelalterliches christliches Symbol, das mit Gruppen wie den Tempelrittern in Verbindung gebracht wird, ist ebenfalls vorhanden.

Die Inschrift lässt darauf schließen, dass das Siegel einem Mann namens Richard gehörte und das darin verborgene „Geheimnis“ wahrscheinlich sein persönliches Zeichen der Autorität war. Die Verwendung des Lateinischen selbst weist auf ein unter dem Adel übliches Maß an Lese- und Schreibkompetenz und sozialem Ansehen hin.

Ein 2.000 Jahre alter Edelstein im Zentrum

Der faszinierendste Teil des Siegels ist der in seiner Mitte eingebettete Karneol-Edelstein. Dieser rotbraune Stein stellt ein römisches Wagenrennen dar, komplett mit einem Wagenlenker, der eine Peitsche schwingt. Der Edelstein stammt aus dem späten ersten Jahrhundert v. Chr. oder frühes erstes Jahrhundert n. Chr., was bedeutet, dass es über 1.200 Jahre bevor das Metallsiegel hergestellt wurde.

Die Gravur soll beim Einpressen in Wachs den richtigen Eindruck erzeugen. Das bedeutet, dass Richard bewusst ein antikes Artefakt ausgewählt hat, um seine Autorität zu repräsentieren.

Status und Symbolik

Rogerson glaubt, dass Richard den römischen Edelstein wahrscheinlich ausgewählt hat, um sein Wissen über die klassische Geschichte und seine Fähigkeit, seltene Gegenstände zu erwerben, unter Beweis zu stellen. Der Besitz einer solchen Reliquie hätte großen Reichtum und gesellschaftliche Bedeutung signalisiert.

Die Kombination römischer und mittelalterlicher Bilder hätte eine kühne Aussage über Richards Macht gemacht. Das war nicht nur ein Siegel; es war ein Symbol des Prestiges.

Schatzstatus und zukünftige Anzeige

Aufgrund seines Silbergehalts und seines Alters wurde das Siegel gemäß dem Treasure Act des Vereinigten Königreichs von 1996 zur Überprüfung eingereicht. Das Braintree Museum in Essex hofft, das Artefakt nach einer rechtlichen Untersuchung zu erwerben.

Dieses Siegel ist nicht nur ein archäologischer Fund; es ist eine direkte Verbindung zum Ehrgeiz eines Adligen. Es beweist, dass Status bereits im Mittelalter häufig durch den Zugang zu seltenen und alten Machtsymbolen angezeigt wurde.