Verleumdungsklage gegen Exxon abgewiesen, Klage der California AG wird fortgesetzt

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Ein Bundesrichter in Texas hat die Verleumdungsklage von Exxon Mobil gegen Umweltgruppen abgewiesen, aber ein Parallelverfahren gegen den kalifornischen Generalstaatsanwalt Rob Bonta wird vorangetrieben. Im Mittelpunkt des Rechtsstreits stehen Vorwürfe, Umweltschützer und der Bundesstaat Kalifornien hätten versucht, das Recyclinggeschäft von Exxon durch koordinierte Angriffe zu schädigen, darunter Behauptungen über betrügerische Praktiken in Bezug auf die Plastikverschmutzung.

Der abgewiesene Fall: Umweltgruppen

Exxon verklagte zunächst mehrere Umweltorganisationen und behauptete, sie hätten mit einem australischen Bergbaumagnaten zusammengearbeitet, um dessen Recyclingbemühungen zu untergraben. Der Richter wies diese Anschuldigungen zurück, da er feststellte, dass die Beweise für die Verleumdungsvorwürfe des Unternehmens nicht ausreichten. Diese Entscheidung unterstreicht die hohe Hürde für den Nachweis einer Verleumdung gegenüber Personen oder Organisationen des öffentlichen Lebens, insbesondere wenn es sich bei Ansprüchen um komplexe Umwelt- oder Geschäftsstreitigkeiten handelt.

Der überlebende Fall: California AG

Das Verfahren gegen den kalifornischen Generalstaatsanwalt Rob Bonta durfte jedoch fortgesetzt werden. Bonta reichte seine Klage gegen Exxon Ende 2024 ein, nachdem eine zweijährige Untersuchung zu dem Schluss gekommen war, dass das Unternehmen eine „jahrzehntelange Täuschungskampagne“ betrieben habe, um von der Kunststoffproduktion zu profitieren. In der Klage wird argumentiert, dass Exxon die Öffentlichkeit absichtlich über seine Rolle in der globalen Plastikverschmutzungskrise getäuscht habe. Dieser Fall ist bedeutsam, weil er die Rechtmäßigkeit des Marketings und der öffentlichen Äußerungen von Exxon zum „fortgeschrittenen Recycling“ in Frage stellt, einem umstrittenen chemischen Prozess, von dem Kritiker behaupten, er sei kein echtes Recycling, sondern vielmehr eine Möglichkeit, aus Kunststoffabfällen neue Kraftstoffe und Chemikalien herzustellen.

Kontext: Die Debatte über die Umweltverschmutzung durch Kunststoffe

Die Rechtsstreitigkeiten ereignen sich vor dem Hintergrund einer zunehmenden Prüfung der Auswirkungen der Kunststoffindustrie auf die Umwelt. Umweltgruppen werfen Exxon und anderen Ölkonzernen seit langem vor, die Schäden der Plastikverschmutzung herunterzuspielen und gleichzeitig aktiv Kunststoffe auf Basis fossiler Brennstoffe zu fördern. Unterdessen argumentieren Unternehmen wie Exxon, dass chemische Recyclingtechnologien für die Bekämpfung von Kunststoffabfällen unerlässlich seien, Kritiker sagen jedoch, dass diese Methoden ineffizient seien und den Kreislauf der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen fortsetzten.

Das Fortbestehen des Verfahrens gegen Generalstaatsanwalt Bonta deutet darauf hin, dass die Regulierungsbehörden bereit sind, Unternehmensansprüche zur Nachhaltigkeit anzufechten, selbst wenn diese Behauptungen für den Geschäftsbetrieb von zentraler Bedeutung sind.

Dieser Rechtsstreit wird wahrscheinlich Präzedenzfälle für künftige Umweltrechtsstreitigkeiten schaffen und sich darauf auswirken, wie Unternehmen mit dem wachsenden Druck umgehen, die Plastikverschmutzung zu bekämpfen.