Die Artemis-II-Mission hat ihren kritischsten Übergangspunkt erreicht: die Wasserung im Pazifischen Ozean. Während die Orion-Kapsel erfolgreich zur Erde zurückgekehrt ist, schweben die Astronauten – Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen – derzeit Dutzende Meilen von der Küste San Diegos entfernt. Die Mission ist erst beendet, wenn die Besatzung sicher aus einem Raumschiff befreit wurde, das gerade die extreme thermische Belastung des Wiedereintritts überstanden hat und Temperaturen von fast 5.000 Grad Fahrenheit erreicht hat.
Stabilisierung der Kapsel auf See
Sobald die Kapsel das Wasser berührt, werden mehrere automatisierte Systeme aktiviert, um die Sicherheit der Besatzung in einer volatilen Meeresumgebung zu gewährleisten.
- Ausrichtungskontrolle: Fünf spezielle Airbags werden oben auf der Orion-Kapsel aufgeblasen. Diese erfüllen einen doppelten Zweck: Sie richten das Fahrzeug neu aus, wenn es verkehrt herum landet, und sorgen für Stabilität gegen Wind und unruhige Wellen.
- Asset-Tracking: Gleichzeitig verfolgen die Bergungsteams der NASA und der US-Marine die Position der Kapsel sowie abgeworfener Hardware wie den drei Hauptfallschirmen.
Diese Stabilisierung ist von entscheidender Bedeutung, da eine driftende oder instabile Kapsel sowohl für die darin befindlichen Astronauten als auch für die sich ihnen nähernden Bergungsschiffe ein erhebliches Risiko darstellt.
Der Extraktionsprozess: Eine Präzisionsoperation
Der Übergang vom Raumschiff zum Bergungsschiff ist eine äußerst choreografierte Sequenz mit Marinetauchern, Schlauchbooten und Hubschraubern.
- Sicherheitsbewertung: Marinetaucher nähern sich der Orion-Kapsel mit Schlauchbooten, um eine sofortige Sicherheitsüberprüfung durchzuführen und sicherzustellen, dass die Umgebung stabil genug ist, damit die Besatzung aussteigen kann.
- Der Aufbau der „Vorderveranda“: Um einen sicheren Ausstieg zu erleichtern, befestigen Bergungsteams einen aufblasbaren Kragen um die Kapsel und stellen eine aufblasbare Plattform bereit, die als „Vorderveranda“ bekannt ist.
- Hubschraubertransfer: Die vier Astronauten werden einer nach dem anderen diese Plattform betreten. Von dort werden sie einzeln per Helikopter angehoben und zur U.S.S. geflogen. John P. Murtha.
Die NASA schätzt, dass diese gesamte Extraktionsphase innerhalb von zwei Stunden nach der Wasserspritzer abgeschlossen sein wird.
Sichern der Hardware und Rückkehr nach Hause
Sobald die Besatzung in der Luft ist, verlagert sich der Fokus auf das Orion-Raumschiff selbst. Das Bergungsteam wird die Kapsel mit Hochleistungsleinen sichern und zur U.S.S. schleppen. John P. Murtha. Das Schiff wird sein „Brunnendeck“ – einen speziellen Bereich an der Wasserlinie – nutzen, um die Kapsel an Bord zu bringen.
Die letzten Phasen der Mission umfassen zwei parallele Strecken:
– Die Besatzung: Nachdem sie auf dem Schiff gesichert wurden, werden die Astronauten umfassenden medizinischen Untersuchungen unterzogen, bevor sie zum Johnson Space Center der NASA in Houston fliegen.
– Die Hardware: Die Orion-Kapsel und andere geborgene Komponenten werden zu einem Pier am US-Marinestützpunkt San Diego transportiert, bevor sie schließlich zur Analyse nach Houston gebracht werden.
Diese komplexe Bergungsaktion verdeutlicht die immense logistische Koordination, die erforderlich ist, um Menschen sicher aus dem Weltraum nach Hause zu bringen und vom Vakuum der Umlaufbahn in die unvorhersehbaren Bedingungen des offenen Ozeans überzugehen.
Die Artemis-II-Mission endet mit einem hochtechnischen Seeeinsatz, der sicherstellen soll, dass sowohl die Besatzung als auch das Raumschiff für die Analyse nach der Mission sicher und effizient geborgen werden.





















