Der Ingenuity-Hubschrauber der NASA steht vor dem härtesten Test vor dem Marsflug

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In wenigen Tagen wird der Perseverance-Rover der NASA seine Reise zum Mars antreten. Es befördert einen Passagier und wird wahrscheinlich die erste Maschine sein, die einen Motorflug auf einem anderen Planeten schafft. Dieser Passagier ist Ingenuity.

Der Helikopter ist winzig. Sein Rumpf ist nicht größer als 20 Zentimeter. Dennoch steht es vor einer gewaltigen technologischen Hürde. Der Mars hat eine unglaublich dünne Atmosphäre. Sie ist nur etwa ein Prozent so dicht wie die Luft der Erde. Dorthin zu fliegen ist nicht nur schwer. Mit herkömmlichen Drehflüglerkonstruktionen ist dies nahezu unmöglich.

Der Erfolg hängt von einem bestimmten Moment ab. Der Helikopter muss sich sauber vom Bauch des Rovers lösen. Gelingt es nicht, sich richtig zu trennen, endet die Mission, bevor sie begonnen hat.

NASA-Ingenieure haben diese Phase als den heikelsten Teil der gesamten Reise beschrieben. Sie erklärten ausdrücklich, dass „die letzten 13 Zentimeter der Reise die schwierigsten sein werden“. Dies bezieht sich auf den physischen Trennungs- und Bereitstellungsprozess.

Um dieses Problem zu lösen, haben sie ein maßgeschneidertes Liefersystem entwickelt. Dabei handelt es sich um eine mechanische Vorrichtung, mit der Ingenuity sicher vom Fahrwerk des Rovers abgesenkt werden kann. Das Design stellt sicher, dass der Hubschrauber sich selbst oder den Rover während des Einsatzes nicht beschädigt.

„Die letzten 13 Zentimeter der Reise werden die schwierigsten sein.“

Diese technische Meisterleistung ist wichtig, weil sie beweist, dass ein Motorflug über die Erde hinaus möglich ist. Wenn Ingenuity erfolgreich ist, eröffnet es neue Wege zur Erforschung des Mars. Rover bewegen sich langsam. Sie sind durch das Gelände und die Akkulaufzeit begrenzt. Ein Hubschrauber kann den Boden viel schneller zurücklegen. Es kann nach Perseverance Ausschau halten. Es kann Orte erreichen, die Rover nicht erreichen können.

Es steht viel auf dem Spiel. Die dünne Atmosphäre erfordert, dass sich die Rotorblätter mit unglaublicher Geschwindigkeit drehen. Die Motoren müssen leistungsstark und dennoch leicht sein. Jede Komponente wird an ihre Grenzen gebracht.

Wenn die Bereitstellung fehlschlägt, bleibt Ingenuity ein statisches Objekt auf der Marsoberfläche. Es wird zum Briefbeschwerer. Wenn es funktioniert, definiert es die Möglichkeiten der Lufterkundung neu.

Die Welt wird zusehen. Nicht nur für den Flug selbst, sondern auch für das sekundenschnelle Trennungsereignis. Es ist eine Erinnerung daran, dass manchmal die kleinsten Maschinen vor den größten Herausforderungen stehen.

Zwei Monate nach der Landung von Perseverance im Februar 2021 hatten NASA-Ingenieure nur noch wenig Zeit, um eine Landezone auszukundschaften. Sie brauchten einen flachen Fleck roter Erde, der groß genug war, dass ein Hubschrauber irgendwann abheben konnte. Sobald dieser Platz gesichert war, begann die heikle Einsatzchoreografie.

Zuerst erfolgt die Entfernung des Schutzschildes. Der Rover wirft die Schutzhülle ab, die Ingenuity während der siebenmonatigen Reise durch das Vakuum des Weltraums schützte. Nachdem der Schild verschwunden ist, fährt Perseverance in die Mitte der gewählten Lichtung. Dabei geht es nicht nur um die Positionierung; es geht um Präzision. Der Rover muss genau richtig anhalten, damit der Hubschrauber freie Bahn und genügend Spielraum zum Manövrieren hat.

Die mechanische Übergabe

Die eigentliche Veröffentlichung ist kein einfacher Drop. Es ist ein mechanischer Tanz mit Federn und Scharnieren.

Der Verriegelungsmechanismus, der den Hubschrauber in einem zerknitterten Zustand festhielt, löst sich. Dann übernimmt ein federbelasteter Arm. Es drückt gegen den Körper von Ingenuity und zwingt ihn, sich von seiner horizontalen Reiseposition in eine aufrechte Haltung zu drehen. Stellen Sie es sich wie eine blühende Blume vor, aber aus Aluminium und Kohlefaser.

Sobald der Körper senkrecht steht, entfaltet sich das Fahrwerk. Bein für Bein. Jede Strebe fährt bis zum Anschlag aus und rastet ein. Wenn irgendein Teil dieser Sequenz fehlschlägt, bleibt der Hubschrauber am Boden stecken. Es gibt keine zweite Chance, ein verklemmtes Bein manuell zu korrigieren.

Power Up im roten Staub

Nachdem die Struktur vollständig entfaltet ist, fährt Perseverance davon. Dieser Abstand ist entscheidend. Der Hubschrauber kann nicht aufgeladen werden, während er auf dem Rover sitzt. Es muss auf der Marsoberfläche isoliert werden, um seine Sonnenkollektoren der dünnen, staubigen Atmosphäre auszusetzen.

Sobald Perseverance klar ist, beginnt Ingenuity, seine Batterien aufzuladen. Dies geschieht nicht augenblicklich. Die Solarpaneele sind klein. Das Sonnenlicht ist schwach. Der Staub ist überall. Jedes Watt zählt.

Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory der NASA haben genau diese Sequenz hunderte Male geprobt. Sie bauten Modelle des Rovers und des Hubschraubers. Sie testeten die Federkräfte. Sie simulierten die Staubansammlung. Sie wollten genau wissen, wie viel Drehmoment der Auslösearm benötigt und wie lange der solare Ladezyklus im Jezero-Krater dauern würde.

Die Tests im Labor waren brutal. Sie überprüften nicht nur, ob sich etwas bewegte. Sie überprüften, ob sich die Dinge unter marsähnlichen Schwerkraft- und Temperaturschwankungen richtig bewegten.

Der Moment der Wahrheit kommt nicht, wenn die Räder den Boden berühren. Es ist, wenn die Rotoren hochdrehen. Zum ersten Mal in der Geschichte wird ein Fahrzeug einen motorisierten, kontrollierten Flug auf einem anderen Planeten versuchen. Die Vorbereitung ist beendet. Als nächstes folgt die Bereitstellung. Und dann… der Sprung.

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