Ihre Daten sind noch nicht sicher. Nicht einmal annähernd.
Wissenschaftler haben gerade eine eindringliche Warnung vor den glänzenden neuen KI-Webbrowsern herausgegeben, die den Markt überschwemmen. Sie sind nicht bereit. Auch bei den Sicherheitslücken handelt es sich nicht um geringfügige Mängel, sondern um strukturelle Mängel.
Agentische Browser wie Atlas von ChatGPT oder Claude für Chrome versprechen ein schnelleres Web. Sie fassen Seiten zusammen, finden Informationen und klicken auf Schaltflächen für Sie. Aber dieser Komfort hat seinen Preis. Der Preis ist Ihre Privatsphäre.
Die Forscher präsentierten ihre Ergebnisse beim Agents in the Wild Workshop im April 2025. Das Urteil fiel eindeutig aus.
„Browseragenten sind noch nicht für die Öffentlichkeit bereit“, sagte David Kohlbrenner, Informatikprofessor an der University of Washington, gegenüber Reportern. „Wenn diese Agenten Zugriff auf einen Browser haben, der … Ihr Bankkonto … enthält, sollten Sie nicht darauf vertrauen, dass diese Systeme Ihre Daten vollständig schützen.“
Wie KI-Browser traditionelle Web-Sicherheitsregeln brechen
Um das Risiko zu verstehen, müssen Sie sich ansehen, wie Browser der alten Schule funktionieren. Sie verlassen sich auf die Same-Origin-Politik. Dies ist eine Firewall. Dadurch wird verhindert, dass eine unsichere Website in einem Tab mit Ihrem Bank-Login in einem anderen kommuniziert. Einfach. Wirksam. Jahrzehntelanges Härten.
KI-Browser ignorieren dies.
Warum? Denn die KI braucht Kontext. Um eine Seite zusammenzufassen oder ein Produkt zu kaufen, muss der Agent alles sehen. Es benötigt herkunftsübergreifende Sichtbarkeit. Es behandelt das gesamte Web als ein offenes Buch.
Dadurch entsteht eine riesige Lücke.
Zwei konkrete Bedrohungen dominieren die Besorgnis:
- Prompte Injektion: Eine bösartige Website versteckt eine Anweisung in ihrem Code. Die KI liest es, hält es für einen Befehl und führt ihn aus. Vielleicht teilt es Ihre E-Mail-Adresse. Vielleicht kauft es etwas. Der Benutzer klickt nie auf etwas.
- Gedächtnisvergiftung: Die KI erinnert sich an Dinge. Es speichert Daten zur späteren Verwendung. Forscher fanden heraus, dass Agenten Informationen von verschiedenen Websites vermischten und gleichzeitig ihren Speicher komprimierten. Eines geht in das andere über. Privatsphäre geht verloren.
Welche KI-Browser sind am sichersten und welche am riskantesten?
Das Team testete sieben große Player: Atlas, Claude für Chrome, Brave Leo, Chrome mit Gemini, Edge mit Copilot, Firefox AI Mode und Perplexity Comet.
Die Ergebnisse waren inkonsistent. Wild. Es gibt keinen Standard.
Bei einigen Browsern können sich Agenten frei über Tabs und Iframes bewegen. Andere sperren es ab.
Die Ergebnisse zeigten einen klaren Kompromiss: Mehr Funktion bedeutet weniger Sicherheit.
- Hohes Risiko / Hohes Feature: Claude für Chrome, Atlas und Perplexity Comet. Sie sind mächtig. Sie machen viel. Sie setzen die Benutzer aber auch einem größeren Risiko von Datenlecks aus.
- Geringeres Risiko/geringere Funktionen: Brave, Edge (agentisch) und Firefox. Diese schränken die Möglichkeiten der KI ein. Sie sind sicherer. Sie sind jedoch weniger hilfreich, wenn die KI komplexe Aufgaben bewältigen soll.
Kohlbrenner stellte fest, dass die Branche in Eile sei. Der Wettbewerbsdruck zwingt Unternehmen wie Google und Microsoft dazu, Funktionen auszuliefern, bevor die Sicherheit solide ist.
„Nach 30 Jahren des Aufbaus dieser Same-Origin-Politik ist dies ein großer Rückschritt“, sagte er.
Also, was machst du?
Vertrauen Sie den Standardeinstellungen nicht. Wählen Sie Ihren Browser sorgfältig aus. Wer Macht will, geht Risiken ein. Wenn Sie Sicherheit wollen, opfern Sie den Nutzen.
Es ist keine faire Wahl. Aber es ist das Problem, mit dem wir gerade konfrontiert sind.
Werden sie es reparieren? Wahrscheinlich.
Wann? Das ist die offene Frage.





















